Mehrere PC’s sind noch kein Netzwerk

„ich habe ein kleines Problem mit einem Rechner, dieser soll sich mit einer Freigabe auf einem Server verbinden.
Versuche ich die Verbindung mit net use x: \\ComputerName\Freigabe erhalte ich die Fehlermeldung 53, Computername oder Freigabe konnte nicht gefunden werden etc.
Versuche ich die Verbindung mit net use x: \\IP\Freiage funktioniert das ganze auf Anhieb“

So, oder so ähnlich, sehen häufige Probleme im Alltag, von NichtComputerFreaks, aus. Und dennoch benötigen sie eine funktionierende EDV um ihre tägliche Arbeit zu verrichten.
Oft hat alles mit einem PC, danach kam ein zweiter (verkabelt noch mit einem CrossOverkabel). Dann noch einer, schon wird ein Knotenpunkt nötig. Eine Handvoll Rechner, ein paar Kabel und ein Schwitch (oder Hub) sind aber noch kein Netzwerk. In vielen Arztpraxen ist, durch die früher von entsprechenden Institutionen publizierte Meinung, kein Internetanschluß vorhanden. Also auch kein Router, DHCP- oder DNS-Server. Da es hier also keine dynamische Zuweisung der IP-Adressen gibt behilft man sich mit statischen Adressen. Auf Probleme wegen doppelter IP-Adresse oder bereits vorhandenen Computernamen will ich hier nicht weiter eingehen da Windows das relativ zuverlässig meldet. Wenn SIe von mehreren Rechnern auf eine Freigabe zugreifen wollen ist es von Vorteil wenn sich die Rechner im selben IP-Adressbereich befinden. Der WindowsPC wird, wenn alle in einer Arbeitsgruppe sind, seine Kollegen nach einer Weile finden und sie können auf Freigaben zugreifen. Wenn sie jetzt einen anderen Rechner ansprechen wollen wird er einen „Rundruf“ starten, nach dem Schema : „Ich bin…. und suche …  der Gerufene meldet sich und die Verbindung wird hergestellt“.  Stabiler läuft das jedoch wenn ein DNS im Netz vorhanden ist. Bei ihm sind die IP-Adressen mit den dazugehörigen Rechnernamen hinterlegt. Ähnlich eines Telefonbuch’s. Dort funtioniert die Verbindung nach dem Schema : „Ihr Rechner fragt den DNS – gib mir die Nummer (IP-Adresse) von … – DNS antwortet 192.168.xxx.xxx – Ihr Rechner baut Verbindung zu 192.168.xxx.xxx auf“. Letztere Variante funktioniert stabiler weil, falls der angerufene Rechner mal verpasst auf einen Rundruf „Wer ist?“  zu antworten, die Verbindung dennoch zu stande kommt. Das „Verpassen“ eines „Rundrufes“ kann z.B. durch eine hohe Auslastung des „Gerufenen“ zustande kommen, er antwortet nicht im Zeitfenster des „Rufenden“ und dieser sagt dann -keine Verbindung-. Alles in allem, gehört meines Erachtens, ein DNS zwingend zur Netzwerk Grundausstattung. Sie wollen doch auch nicht verschiedene Ziffernkobinationen auf ihrem Telefon ausprobieren um, irgendwann, mit dem Gesprächspartner zu sprechen den Sie am Telefon haben wollten. Also gestehen Sie Ihrem Rechner den selben Komfort zu.
Nun würde die Aufgabe eines DNS heutzutage selbst ein Smartphone unterfordern, so das die Anschaffung eines normalen PC’s für diese Aufgabe in einem kleinen Praxisnetz, mit einer Handvoll Arbeitsstationen, sicher als Fehlinvestition zu bezeichnen wäre. Hier bietet sich der Einsatz von „embeded Systemen“ an. Eine Begriffserklärung liefert Wikipedia hier. Diese kleinen Geräte können, in Sachen Netzwerk, das Mittel der Wahl sein. Denn neben DNS können, je nach Softwareausstattung, noch andere Netzwerk relevante Dienste wie z.B. DHCP (dynamische Zuweisung von IP-Adressen), Firewall (Sicherheit Ihres Netzes), Proxy (Webzwischenspeicher und Reglementierung des Internetzugriffs)  ausgeführt werden. Durch ihre geringe Größe, ihren minimalen Stromverbrauch und ihren Betrieb ohne Monitor, Tastatur und Maus sind sie für kleine Netze der ideale Netzwerkmanagementserver.
Und damit sind wir bein nächsten Stichwort: „Server“
Was ist ein Server und brauche ich überhaupt einen? Diese Frage ist mir von Seiten der Kunden oft gestellt worden. Vor allen Dingen ist es, wie so oft, eine Kostenfrage. Eine separate Maschine, ein Serverbetriebssystem und Clientlizenzen – da sind schnell mehrere tausend Euro ausgegeben. Ist das nötig? Nicht unbedingt! Zuerst sollten die Aufgaben des Servers ermittelt werden und die geplante Netzwerkgröße, wobei letzteres gern weit in die Zukunft gedacht werden sollte. Denn sollte Ihr Netzwerk wachsen wäre es unschön wenn der vor zwei Jahren angeschaffte Server seine Leistungsgrenze erreicht und das Netz ausbremst. Auch von der  Praxissoftware ist abhängig ob und welcher Server eingesetzt werden muß und kann. So ist z.B. bei einer Dreiplatzanlage mit Quincy Win von der Firma Frey ADV GmbH nicht zwingend ein eigenständiger Server erforderlich. Warum? Quincy Win arbeitet mit einer Freigabe des Datenverzeichnisses auf dem die Datenbanken liegen. Noch wird bei Quincy Win mit Access Datenbanken gearbeitet. Heißt für sie: Sie sollten eine Arbeitsstation, mit entsprechenden Kapazitäten, zum Server erklären. Auf dieser wird die Freigabe eingerichtet und die anderen beiden Arbeitsstationen greifen über die Freigabe auf die Datenbanken zu. Bei mehreren Arbeitsplätzen ist es, aus Grünen der Perfomance, angeraten einen eigenständigen Server zu betreiben. Doch auch hier gilt es abzuwägen welche Dimensionen, welches System eingesetzt werden soll. Wenn Sie keine anderen Microsoft SQL Datenbanken, z.B. durch Medizintechnik, einsetzen können Sie auch auf ein Microsoft basierendes Serverbetriebssystem verzichten. Eine Windowskonforme Freigabe läßt sich auch unter Linux einrichten. Samba ist eine freie Softwareentwicklungen, die typische Windows-Serverfunktionen unter Linux zur Verfügung stellt. (lesen Sie hier) Linux wie z.B. „Ubuntu“ oder „Open SuSE“ sind Distributionen die frei erhältlich sind, Samba ist ebenfalls frei von Lizenzgebühren. Und damit sie nicht zum Linux Fachmann werden müssen gibt es Webmin – eine Konfigurationsöberfläche die Sie über Ihren Webbrowser aufrufen können. Wobei nach der Installation auch hier gilt: „never change a running system„. Einmal fertig konfiguriert sollten keine weiteren Einstellungen von Nöten sein. Quincy Win verwendet für seinen Kalender bereits SQL, jedoch Firebird SQL den es sowohl für Windows als auch für div. Linux Distributionen. Man kann also auch bei mittleren und größeren Netzen, unter entsprechenden Voraussetzungen; die Kosten im überschaubaren Rahmen halten. Anders sieht es bei Praxisverwaltungen wie z.B. MCSIsynet (heute  ixx.isynet), hier läuft eine Microsoft SQL Datenbank. Hier haben Sie keine Möglichkeit auf alternative Systeme auszuweichen, hier muß es Microsoft sein. Doch auch hier besteht die Möglichkeit der Kostenreduktion, wenn es ihre Praxisgröße zulässt können Sie die kostenlose Version des SQL Servers, SQL Server Express Edition, nutzen. Sie beinhaltet jedoch einige Einschränkungen. So können nur 1GB RAM, nur ein Prozessor oder Kern genutzt werden auch die Datenbankgröße ist auf 4GB (in der R2 Version 10 GB) limitiert.

…wird fortgesetzt…

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